Inhaltsstoffe von Kosmetika einfach zu verstehen

Beim Kauf eines Kosmetikprodukts stoßen wir auf verschiedene Erkennungszeichen, seltsame Namen und eine lange Liste an Inhaltsstoffen. Die Zusammensetzung von kosmetischen Produkten sagt uns deshalb nicht viel, sofern wir keine Kenntnisse auf diesem Gebiet haben. Vielmehr kaufen wir kosmetische Produkte, weil uns die Marke bekannt ist und wir denken, dass wir eine gute Wahl getroffen haben. Nichts könnte allerdings weiter von der Wahrheit entfernt sein! Gängige Kosmetika sind größtenteils voll von Silikonen und Zusatzstoffen, die für die Haut schädlich sein können.

Wie liest man die Inhaltsstoffe von Kosmetika? Praktische Tipps für die INCI-LISTE:

Der Begriff INCI, die Internationale Nomenklatur der kosmetischen Inhaltsstoffe, ist die Bezeichnung für die Zusammensetzung eines Kosmetikproduktes. Unter ihr werden die Inhaltsstoffe von Kosmetika auf dem Etikett in Englisch, Latein oder einer anderen international gebräuchlichen Sprache aufgeführt. Den Anfang dieser Liste bilden die Inhaltsstoffe, die am häufigsten verwendet werden, während am Ende die Inhaltsstoffe aufgeführt sind, die am wenigsten verwendet werden.

Die Liste der Inhaltsstoffe kann in mehrere größere Gruppen unterteilt werden. Die Inhaltsstoffe am Anfang der INCI-Liste sind eine Art kosmetische Basis, dank derer die richtige Konsistenz erreicht wird. Die am häufigsten verwendeten Basen sind Wasser, Alkohol oder Öle.

Die wässrige Phase von Kosmetika

Handelt es sich um Naturkosmetik, wird diese Phase mit alkoholischen Pflanzenextrakten (aus verschiedenen Pflanzen wie z.B. Ringelblumen oder Lavendel) durchgeführt. Bei normaler Kosmetik wird nur Wasser verwendet, dessen Überschuss, z. B. in Cremes, das Gegenteil seiner Wirkung erzeugen kann. Anstatt Feuchtigkeit zu spenden, trocknet es die Haut aus.

Die ölige Phase von Kosmetika

In den meisten Kosmetika besteht die Ölphase aus Mineralölen, die aus der Verarbeitung von Rohöl gewonnen werden. Paraffine oder Fettsilikone sind günstigere, aber minderwertige Ersatzstoffe für pflanzliche Fette. Sie können sich negativ auf die Haut auswirken, indem sie die Poren verstopfen und die Haut nicht „atmen“ lassen. In der Naturkosmetik besteht die Ölphase aus natürlichen Ölen, wie Jojoba-, Avocado- oder Süßmandelöl.

Wachs als Inhaltsstoff

Wachs, wie z.B. Bienenwachs oder brasilianisches Nusswachs, ist ein hautpflegender Inhaltsstoff, der in Naturkosmetik enthalten ist. In konventioneller Kosmetik wird es durch billigere Mineralöle ersetzt.

Aktive Inhaltsstoffe

Aktive Inhaltsstoffe machen Naturkosmetik wirksam. Hier finden wir Pflanzenextrakte, natürliche feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Milchsäure oder pflanzliches Glycerin.

Emulgatoren als Inhaltsstoffe

Emulgatoren sind Inhaltsstoffe, die Wasser und Öle in Kosmetika binden. Die meisten Produkte enthalten PEG-Emulgatoren (Polyethylenglykol), die die Haut schwächen und sie anfällig für die Aufnahme von Schadstoffen machen. Auch hier gewinnt die Zusammensetzung der Naturkosmetik, da z. B. Derivate von pflanzlichem Glycerin und natürliche Fettsäuren aus Kokosöl als Emulgatoren eingesetzt werden.

Düfte und Aromen

Diese verstecken sich in der INCI-Liste unter der Bezeichnung „Parfüm“ oder „Duftstoff“. Bei der Herstellung von Naturkosmetik werden sorgfältig ausgewählte Kompositionen aus ätherischen Ölen verwendet, die aus Pflanzen gewonnen werden. Zu den natürlichen Aromen zählen z.B. Vanille, Samen- und Fruchtaromen.

In künstlichen Kosmetika ersetzen synthetische Duftmischungen diese Aromen. Allerdings können synthetische Duftmischungen schädliche Moschusverbindungen enthalten, die Allergien auslösen. Daher gilt: Je weniger Duftstoffe in Kosmetika vorhanden sind, desto besser. In der Regel sind die Inhaltsstoffe, die hinter der Bezeichnung „Parfüm“ in Kosmetika stehen, nur in geringen Mengen vorhanden.

Konservierungsstoffe

Grundsätzlich gibt es keine natürlichen Konservierungsmittel in Kosmetika, allerdings werden z. B. phenolhaltige ätherische Öle (z. B. Thymian, Zimt, Teebaum, Lavendel) benutzt. Sind allerdings zu viele von diesen enthalten, kann die Haut allergisch reagieren. Ebenfalls als Konservierungsmittel kann Vitamin E wirken. In der Naturkosmetik wirken hingegen alkoholische Auszüge aus Pflanzen als Konservierungsmittel. Informationen dazu findest du auf dem Etikett unter den Bezeichnungen „Alkohol“ oder „Ethanol“.

Konventionelle Kosmetika verwenden Parabene und Formaldehyd, die oft schädliche Halogenverbindungen darstellen. Parabene können schwere allergische Reaktionen hervorrufen.

Reinigungsmittel als Inhaltsstoffe

Die Naturkosmetik nutzt Kokosnussöl und Produkte auf Zuckerbasis als Reinigungsmittel. In der konventionellen Kosmetik wiederum nehmen synthetischen Substanzen diesen Platz ein.

Farbstoffe

Natürliche Farbstoffe sind z. B. Pflanzenextrakte, Eisenoxide oder Mineralpigmente. Kunststoffe können Anilin enthalten, einen Farbstoff mit möglicherweise krebserregender Wirkung.

Viele Menschen gehen davon aus, dass natürliche Inhaltsstoffe besser für die Haut sind. Das ist jedoch weder faktisch noch wissenschaftlich erwiesen. Trotzdem solltest du darauf achten, welche Kosmetik-Inhaltsstoffe die beste Wirkung auf deine Haut haben. Erfahre hier, auf welche 20 Inhaltsstoffe für die Haut du keinesfalls verzichten solltest, um deine Hautpflege aufzupeppen.

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